Hehl Orgelbau, Logo

 

     Hehl Orgelbau, Titeleiste

   

Startseite

Firma

Referenzen

Orgeln

Kleinorgel

Links

Impressum

Kontakt

 

 



Disposition
I KOPPELMANUAL: 68 Tasten C-g4
II DYNAMIC GREAT: 68 Tasten C-g4 
1 Double Bass 16' 
2 Concertflute 8'  
3 Open Diapason 8' 
4 Spindleflute 4' 
5 Recorder 2' 
6 Harmonics III-IV 2' 
7 Counterbassoon 16' 
Tremolo 
SOLO III: 61 Tasten C-c4
8 Stopped Flute 8'
9 Dulciane 8'
10 Celeste (Schwebung) 8' 
11 Flauto Traverso 4'
12 Lead Twelfth 2 2/3' 
13 Orchestral Piccolo 1' 
Tremolo 
PEDAL: 32 Tasten C-g1 Alle Register Transmissionen von I
14 Double Bass 16'
15 Concertflute 8'
16 Open Diapason 8'
17 Spindleflute 4'
18 Recorder 2' 
19 Harmonics III-IV 2' 
20 Counterbassoon 16' 
KOPPELN: 16' III / I 4' II / P III / P
Harmonics III-IV : 
C                                      2' - 1 1/3' - 1'
e °                         2 2/3' - 2' - 1 1/3' - 1' 
e 1                   4' - 2 2/3' - 2' - 1 1/3'
e 2        5 1/3' - 4' - 2 2/3' - 2'
e 3   8' - 5 1/3' - 4' - 2 2/3'

Disposition und Konzeption: Jean Jacques Kasel 
(Professor am Konservatorium in Luxemburg und unabhängiger Orgelbauexperte)

> Bilder in hoher Auflösung anzeigen

Artikel in der Zeitschrift d'Wort

"THE INVISIBLE ONE " - eine avantgardistische große Privatorgel im luxemburgischen Lenningen

Der geneigte Hausmusiker betätigt sich gemeinhin an Musikinstrumenten, unter denen ein Flügel oder ein Percussion-Set schon Objekte größerer Investitionen und ebensolchen Platzbedarfs darstellen.
Eine Pfeifenorgel zu Hause zu besitzen, in Dimensionen wie sie manche mittlere Dorfkirche gerne ihr Eigen nennen würde, Musikinstrument aber auch Kunstgegenstand, Werkzeug zum Üben und zur Kammermusik, optischer Blickfang im Ambiente des Wohnbereichs, und dennoch nicht zuviel Platz im Wohnraum beanspruchend, dass war wohl seit jeher der Traum von instrumentalem Luxus für Menschen, die sich ihrem Hobby Orgelspiel mit ganzer Hingabe verschreiben. Oft auch ein schier unlösbarer Problemkomplex bei der Planung eines solchen teuren Einzelstücks.

Im Regelfall sind Pfeifen-Hausorgeln von bescheidener klanglicher Tragweite, wenig vielseitig und, aus meistens unerfüllbaren räumlichen Disponibilitätswünschen und eines exorbitanten Registerpreises heraus eher pragmatische Kleinstinstrumente denn zu Ende gedachte, klanglich vollwertige Kunstwerke.
Die Problematik der akustischen Besonderheiten im häuslichen Rahmen, die häufig angetroffene Absenz einer klanglich tragenden Räumlichkeit, das fast immer mitten im Pfeifenarsenal sich Wiederfinden des Organisten, der dort keinerlei Klangverschmelzung oder Schönheit der wenigen Register wirklich genießen kann: alles Argumente, die oft einer befriedigenden Lösung im Wege stehen. 

Nicht so bei der gerade fertiggestellten Hausorgel "THE INVISIBLE ONE" in Lenningen (Luxemburg), wo ein engagiertes Organisten-Ehepaar sich eine Pfeifenorgel hat planen und maßschneidern lassen,
die ziemlich alle Grenzen und empirischen Maßstäbe dessen sprengt, was man sich unter einer ausgewachsenen Hausorgel bis dato vorstellte.
13 Register auf drei Manualen mit erweiterten Umfängen, ein Spieltisch aus blaugetöntem Glas und gebürstetem Edelstahl.22 erstmalig für diese Orgel entworfene Registerzüge aus massivem Leichtmetall, eigens in Luxemburg gefertigt.
Alle mechanische Teile sind sichtbar unter der Decke verlaufend auf einem Subchassis aus Aluminium und anthrazit getöntem Holz verankert.
Die Trakturen sind aus Titan (Gewicht, Stabilität, Optik),und verzweigen sich kunstvoll über sogenannte Wellenbretter. Dies nur einige Details der Lenninger Privatorgel, die sicherlich auch auf internationalem Parkett einmalig ist. 
Entworfen hat Klangstruktur, Optik und Spieltischparameter nebst Registerzügen der Luxemburger Jean-Jacques Kasel, Professor für Orgel am hauptstädtischen Konservatorium und unabhängiger Orgelbauexperte.
Gebaut hat sie der deutsche Orgelbauer Rainer Hehl, der mit seinem Assistenten Adolf Riegraf auch die Intonation durchführte, also dem Pfeifenwerk seine ureigene Stimme verliehen hat. 

Jean Jacques Kasel zu den Hürden und Vorgaben vor und während der Planung:

" The Invisible One " ist ein Projekt, das zunächst als prinzipielle Studie in Sachen Hausorgel für ein Schülerehepaar begann, das meine Orgelklasse seit mehreren Jahren besucht. Das moderne, lichtdurchflutete Ambiente des Privathauses ließ anfangs, trotz üppiger Platzverhältnisse, anscheinend keine optisch und zugleich klanglich wirklich befriedigende Platzierung einer umfassenden Hausorgel in einem der Wohnräume zu.
Da dieses Gebäude allerdings über einen bis dato unzugänglichen, riesigen Dachstuhl verfügte, der sowohl akustisch wie von der Disponibilität des Raumes her sich als ideal für die Unterbringung eines Instruments herausstellen könnte, kam mir die Idee, die Orgel als eine Art expressives 3-manualiges Fernwerk mit Pedal zu konzipieren, eine Idee die zugleich jeweils einen Vorteil der klassischen Orgelbaukunst gekonnt hervorhebt und andererseits einen eminenten Nachteil herkömmlicher Hausorgeln beseitigt. 
Erst eine umsichtig herbeigeführte Gewaltöffnung, auf meinen Wunsch hin, des bis zu dem Zeitpunkt noch nie betretenen voluminösen Hohlraumes über dem eigentlichen Salon offenbarte nicht nur üppigste Platzverhältnisse ,sondern auch eine gewisse akustische Tragfähigkeit und ideales Ambiente zur Klangverschmelzung, bevor die Pfeifentöne das Ohr des Spielers treffen würden. Mechanische Trakturen und Koppeln der drei Manuale und des Pedals schienen ein "must", ebenso wollte ich mit dem ausgefallenen "à distance" positionierten Aufbau, bei dem der Pfeifenklang indirekt zum Spieler und Zuhörer gelangt, zwei Wünsche nahezu ideal miteinander verquicken: jenen nach einer großen, sehr vielseitigen und latent englisch-romantischen Auslegung der Klandimension wie auch einer faszinierenden, komplexen, aber als Masse unaufdringlichen Optik (Spieltisch) und einer "Unsichtbarkeit" des eigentlichen Klangwerks . Durch die vollständig verborgene Positionierung von 85% der Pfeifen im Dachstuhl (es gibt nur eine kunstvolle Andeutung durch in den Raum als " Stalaktiten " hinunterzielende Pfeifen aus 2 Registern, auf der unteren Etage hinter dem Spieltisch) können auch voluminösere Registrierungen vom Spieler ermüdungsfrei über längere Übe- und Vorspielzeiten goutiert werden.

Durch das begehbare, große Holz-Schwellwek lassen sich zudem weiträumige Graduierungen des Klangvolumens abtönen und durch die spezielle Doppelspielbarkeit eines Teils der Register ist auch das Pedalwerk ungewohnt luxuriös für diesen Orgeltypus.
Dem großen Volumen des Einbringungsortes unter dem Dach folgend durften Disposition und Mensuren entsprechend üppig ausfallen. Ich entwarf dazu einen resolut futuristischen Spieltisch, der als optischer Kontrapunkt in bis dato noch nie gewählten Materialien wirken sollte, rein visuell auch für Nichtmusiker ein Kunstwerk anderer Dimension , das dem modernen Stil des Hauses und der Einrichtung eine erstaunliche zeitgenössische Skulptur beifügt.
Das Entdecken völlig fremdartiger, aufregender und technisch hochkomplizierter, aber ästhetisch mit Kunstverstand in Szene gesetzter Orgelteile begeistert jeden unvorbereiteten Besucher dieses Hauses. 
Die größeren Tastenumfänge (68 Noten C-g4 ) erlauben oktaviertes Spiel jeder Partiturstimme, und machen so viele der Register in mehreren Tonhöhen individuell einsetzbar, was die Zahl 13 nochmals theoretisch vervielfacht. Der Musiker sitzt im Ambiente des Wohnraumes, der durch die filigrane, durchsichtige Bauweise aller Spieltischkomponenten kaum an nutzbarem und optischem Volumen verliert.

Die spannende interaktive Dualität beispielsweise der Glasflächen in dunkelblau mit dem nebenan flackernden Holzfeuer birgt schon außergewöhnliche Akzente in sich, von der Klangdisponibiltät einer großen Orgel, virtuell vorhanden und doch unsichtbar, ganz zu schweigen.
Diese Orgel lebt inmitten des Hauses wie ein Gast, der nach Belieben eingeladen wird, sich zu äußern, und ist sonst eine architektonisch kühne Skulptur ohne Konkurrenz. Ein elegantes , ungewohntes Detail schien mir passend: das Gebläse und die Halogenstrahler für die Pedalklaviatur werden mit zwei Ton-Tasten gestartet, und zwar fis4 und g4 des Solo-Manuals (III). Schwierig, und vom Orgelbauer mit großem Einsatz und begeisternder Recherche in die Tat umgesetzt, waren die Berechnung der Trakturwege, der klanglich optimalen Disponierung der einzelnen Komponenten im Dachstuhl, und die Mensurierung der Pfeifen, da auf keinerlei Erfahrung mit dieser Art Raum und Distanz zum Spieltisch theoretisch zu planen war.
Die ideale Lösung für jede der mehr als 1200 Pfeifen in ausgedehnten Hör- und Intonationssitzungen zu Wege zu bringen war eine zeitaufwändige aber faszinierende Prozedur. 

Die Taktilität der Trakturen, das runde, sehr lyrische Klanspektrum ,das mit allein fünf 8' Registern, zwei 16'-Fuss-Stimmen (darunter eine 16' Zunge) und einer großen Mixtur, einer überblasenden Flöte und der charakteristischen Farbstimme "Lead Twelfth" (dt. Bleiquinte), nebst 7 Registern in Doppelspielbarkeit für's Pedal verwöhnt, all dies ist, neben der wirklich exquisiten Umsetzung meiner Designpläne für die Spieltischanlage ein Meisterstück dieses Orgelbauers.
Ein schwieriges Projekt das durch die Entwicklungsstadien hindurch zu einem Unikat wurde, das ich gerne selbst zu Hause stehen hätte, ganz ehrlich !" 
Das Phänomen Pfeifenorgel scheint damit in Luxemburg wiedermal ein weiteres beredtes Zeugnis davon abzulegen, dass dem ältesten und komplexesten aller Musikinstrumente eine blühende und erneuernde Zukunft beschert, und, warum nicht: sogar ganz privat zu genießen ist!
 

Copyright 
Hehl Orgelbau


Startseite - Firma - Referenzen - Orgeln - Kleinorgel - Links - Impressum - Kontakt